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Die Aufnahme
Mit dem filmen von einzelnen Szenen sammeln wir zunächst nur Rohmaterial. Dieses Material taugt so, wie aufgenommen noch nicht zur Vorführung. Da stimmen Reihenfolge und Länge der Szenen noch nicht. Auch sind mal unscharfe, schlecht belichtete oder verwackelte Einstellungen dabei. Ab und wann sieht man nur mal Füße oder die Straße, weil man vergessen hatte, die Kamera abzustellen. Aber das alles ist ganz normal – auch bei den fortgeschrittenen Filmern kommt dies hin und wieder vor. Oft ist man sich auch nicht sicher, ob die eben gedrehte Aufnahme gut geworden ist, und zur Sicherheit dreht man dann dasselbe gleich noch einmal. Also, machen wir uns keine Sorgen, wichtig ist nur, dass wir die Szenen gefilmt haben, die wir für unseren Film benötigen – alles andere erledigen wir später mit dem Filmschnitt.
Tipp: Wenn Sie eine Szene zweimal drehen müssen, weil z.B. plötzlich jemand ungewollt ins Bild läuft, dann schieben Sie sofort, nachdem Sie gemerkt haben, daß die Szene verpatzt ist, die Hand kurz vors Kamera-Objektiv und filmen die Szene noch einmal. Damit haben Sie später beim Durchsehen des Rohmaterials einen Hinweis, daß die Szene unbrauchbar ist und anschließend noch einmal kommt.
Der Zoom
ist kein Ersatz für eine echte Kamerafahrt, sondern nur ein vergrößern des Aufnahmemotivs mit größerer Brennweite. Die Szene verliert gegenüber der weitwinkligen Aufnahme an räumlicher Tiefe, weil die Details, die im Bildbereich hintereinander liegen „zusammengezogen“ werden. Beachte : Der Zoomhebel ist der Zeigefinger des Kameramanns. Will heißen: Nur wenn ich auf etwas besonders wichtiges hinweisen möchte, darf auch mal eine Zoomfahrt eingesetzt werden. Das bloße Zoomen in eine Szene hinein, wird vom Zuschauer als unmotivierte Spielerei mit der Technik empfunden. Erfahrene Filmer benutzen die variable Brennweite ( =Zoom oder auch Transforkator genannt) nur in der Aufnahmepause, um eine neue Einstellungsgröße zu wählen - und nicht etwa, während das Band läuft. Es wirkt professioneller, ein Motiv einmal weitwinkelig und danach näher zu zeigen, ohne dazwischen eine Zoomfahrt einzubauen.
Wichtig:
1. Vor Beginn der Zoomfahrt, den Zoom „trocken“ durchfahren,(Trocken = Kamera steht auf Pause – Aufnahme läuft nicht) damit man am Ende der Zoomfahrt das Motiv auch „trifft“ und nicht daran vorbei zoomt. Ein Zoom muss „sitzen“. Wenn man am Ende die Kamera noch nachführen muss, wirkt das nicht gerade professionell.
2. Wenn schon Zoomen, dann: 3 Sekunden Stand am Anfang und 3 Sekunden Stand am Ende aufnehmen. Dadurch hat man die Möglichkeit, die „Zoomfahrt“ später herauszuschneiden.
3. Konsequent Zoomen (nicht zögerlich anfahren) – keine In-Out-Kombinationen.
Merke: Zooms in den Telebereich sollte man nur vom Stativ oder bei gut abgestützter Kamera riskieren. Selbst der beste Bildstabilisator kann Motiv-Zittern nicht völlig ausschalten. Der winzige Bildwinkel bei langen Brennweiten bewirkt, daß selbst kleinste Unruhen später am Bildschirm oder auf der Leinwand wie ein mittleres Erdbeben wirken.
Schwenken
Bei der Aufnahme ist es wichtig, typische menschliche Sehgewohnheiten zu beachten. Wer zum ersten Mal eine Kamera in der Hand hält, neigt gerne dazu, häufig zu schwenken. Unser Auge "schwenkt" jedoch nicht über eine Szene, sondern wir sehen unsere Umwelt als eine Folge von Einzelszenen, die "hart aneinandergeschnitten" sind. Die bei Kopfbewegungen oder bei einer Blickwendung erfassten Bild- Sequenzen gelangen gar nicht in unser Bewusstsein. Dem sollten Sie auch bei der Aufnahme Rechnung tragen und Kamera- Schwenks nur sehr dosiert einsetzen. Ruhige Einstellungen aus dem Stand mit wechselndem Bildausschnitt sind die bessere Lösung. Bei Landschafts- Aufnahmen können Sie, wenn ein einführender Überblick beabsichtigt ist, auch einmal einen langsamen Panoramaschwenk über die Landschaft machen - er ist aus dem Stand oder mit einfachen Stativen und etwas Übung realisierbar, ohne dass es dem Zuschauer beim Ansehen schwindlig wird. Ein sauberer Schwenk im Telebereich gelingt dagegen nur mit einem sehr guten Dreibein-Stativ (am besten mit Fluid-Kopf).
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Schwenken Bei Landschaftsaufnahmen hin und wieder erlaubt: Ein langsamer Schwenk. Ansonsten lässt man das Schwenken lieber sein - es entspricht nicht unseren Sehgewohnheiten.
Einstellungsgrößen wechseln Bei jeder neuen Einstellung sollte die Motivgröße je nach Bildinhalt variieren. Die ersten Bilder werden weitwinklig sein, um die räumliche Gesamtsituation zu erklären, den Ort der Handlung zu zeigen. Die folgenden Einstellungen sollten dann näher an das dargestellte Objekt herangehen (Halbtotale). Ganz Nah- oder Großaufnahmen nicht vergessen, die sind das Salz in der Filmer-Suppe! Die Sequenz schließt man mit einer Totale ab, um noch einmal einen Überblick über die Gesamtszene zu geben. Diese Reihenfolge ist nicht zwingend, hat sich jedoch beim "normalen" Film als Regel etabliert. Wichtig ist dabei, dass man seine Geschichte mit vielen verschiedenen Einstellungsgrößen „erzählt“. Und denken Sie daran, den Kamerastandpunk nach Möglichkeit so oft wie möglich zu wechseln. Dadurch bekommt der Zuschauer immer neue Bildeindrücke und andere Perspektiven zu sehen.
Einstellungsgrößen und ihre Wirkung:
Totale - Sie verschafft den Überblick (wo befinde ich mich?) und führt ins Handlungsgeschehen ein. Totalen wirken meist statisch und werden deshalb gerne mit Kamerabewegungen (Schwenk) verknüpft. Besser sind jedoch Einzelaufnahmen ohne Schwenk.
Totale (T)
Halbtotale - Hebt ein Objekt aus der Beliebigkeit heraus und setzt es mit seiner direkten Umgebung in Verbindung. In der Regel sind Personen in der "Ganzkörperansicht" zu sehen.
Halbtotale (HT)
Halbnah - Die halbnahe Einstellung zeigt den Oberkörper einer Person formatfüllend. Sie erfasst die Gestik und Gefühlsregung der betreffenden Person.
Halbnah (HN)
Groß - Die Großaufnahme oder Naheinstellung zeigt den Kopf einer Person formatfüllend. Der typische "Close-up". Zeigt sehr deutlich Gefühlsregungen, ohne unnatürlich groß zu werden.
Groß (G)
Detail –(oder GanzGroß) Objektstrukturen wie etwa Körperteile (Nase, Augen, Lippen usw.) werden unnatürlich groß herausgestellt. Diese Einstellung hat bei der Darstellung von Personen eine sehr intime Wirkung und sollte mit Bedacht eingesetzt werden.
Details / GanzGroß (GG)
dieter volk 02.2008 nach oben
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